Tuberkulose-Studie zeigt: Militärmedizin ist auch globale Gesundheitsforschung
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Die Bundeswehr leistet nicht nur Einsatzmedizin, sondern auch international beachtete Forschungsarbeit. Unter dem Titel „Active case finding for Tuberculosis among Ukrainian soldiers by German armed forces“ wird ein großangelegtes Screening vorgestellt, das in seiner Organisation, Methodik und wissenschaftlichen Begleitung Maßstäbe setzt.
Vor Beginn des Trainings in Deutschland durchlaufen die ukrainischen Soldaten ein Tuberkulose-Screening
Bundeswehr/Rolf KlattIm Zuge der militärischen Ausbildungskooperation mit der Ukraine werden seit November 2022 mehrere tausend ukrainische Soldaten vor Beginn ihres Trainings in Deutschland systematisch auf Tuberkulose (TB) untersucht. Die vollständige Durchführung der Screenings liegt dabei in den Händen der Bundeswehrkrankenhäuser Berlin, Hamburg sowie dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Diese haben in kürzester Zeit ein hochstandardisiertes und zugleich flexibles Untersuchungsprogramm etabliert.
Trotz der hohen Fallzahlen und der logistischen Herausforderungen gelang es, sämtliche Untersuchungen mit der gewohnten medizinischen Sorgfalt und Dokumentationsqualität durchzuführen. Die Studienergebnisse des Bundeswehrkrankenhauses belegen, dass aktives TB-Screening bei Hochrisikogruppen entscheidend zur Früherkennung beiträgt und zugleich das Risiko einer Erregerverbreitung minimiert. Laut Flottillenarzt Dr. Christian Zobel ist Infektionsschutz nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein sicherheitsrelevantes und damit ein zentrales wehrmedizinisches Thema.
Dass diese Screenings unter hohem Zeitdruck und bei hoher Fallzahl umgesetzt werden können, unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Bundeswehrkrankenhäuser. Sie fungieren nicht nur als klinische Versorgungseinrichtungen, sondern auch als Forschungs- und Kompetenzzentren, die militärische Anforderungen mit wissenschaftlichem Anspruch verbinden. Die erfolgreiche Publikation im European Respiratory Journal bestätigt: Bundeswehrmedizin leistet einen sichtbaren Beitrag zur internationalen Gesundheitsforschung – und setzt Standards, die weit über den militärischen Bereich hinausreichen.
Zur gesamten Publikation geht es hier: https://publications.ersnet.org/content/erj/66/6/2500728
von Bundeswehrkrankenhaus Berlin