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Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Kongress beleuchtete die Herausforderungen der heutigen Zeit

Kongress beleuchtete die Herausforderungen der heutigen Zeit

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Wie verändern Herausforderungen von Krieg und Katastrophen die Anforderungen an die moderne Medizin? Mit dieser und weiteren Zukunftsfragen beschäftigte sich der 76. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Ulm. Im Austausch zwischen ziviler und militärischer Medizin standen aktuelle Entwicklungen, komplexe Verletzungsmuster und innovative Behandlungsansätze im Fokus. 

Ein Oberstarzt steht am Pult und begrüßt Menschen auf einem Kongress

Kongresspräsident Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Alexander Schramm begrüßte die Teilnehmenden zum Auftakt der Veranstaltung

Bundeswehr/Stefan Dollowski

Unter dem Leitsatz „Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie – Symbiose von zivilen und militärischen Anforderungen fand auf dem Ulmer Messegelände der 76. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) statt. Führende Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft und Bundeswehr diskutierten dabei aktuelle Entwicklungen sowie die wachsenden Herausforderungen ihres Fachgebietes.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Kongresspräsident Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Alexander Schramm, der als Ärztlicher Direktor sowohl am Bundeswehrkrankenhaus Ulm als auch am Universitätsklinikum Ulm tätig ist und dort die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie leitet.

Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Auswirkungen aktueller geopolitischer Entwicklungen auf die medizinische Versorgung. Insbesondere die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine verdeutlichen die Bedeutung der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie für die Behandlung schwerverletzter Patienten. Nach aktuellen Erkenntnissen betreffen rund 25 Prozent der Kriegsverletzungen den Kopf- und Halsbereich. 

Zu den häufigsten Verletzungen zählen tiefe penetrierende Wunden, Gewebeabrisse, Verbrennungen sowie Frakturen des Kiefers und des Gesichtsschädels. Diese Verletzungen sind häufig komplex und stellen hohe Anforderungen an Diagnostik, chirurgische Versorgung und langfristige Rekonstruktion.

Behandlungskonzepte weiterentwickeln und Zusammenarbeit stärken

Doch nicht allein die Verletzungsmuster standen im Fokus der Tagung. Wie Prof. Schramm aus seinen Einsatzerfahrungen berichtete, stellen insbesondere Kriegs- und Katastrophenszenarien das medizinische Personal vor enorme Herausforderungen. Der Mangel an Infrastruktur, medizinischer Ausrüstung, Personal und logistischen Ressourcen erschwert die Versorgung von Verwundeten erheblich. Dennoch müsse die medizinische Behandlung auch unter diesen Bedingungen aufrechterhalten werden.

Vor diesem Hintergrund widmete sich der Kongress schwerpunktmäßig den Themen Wehr- und Katastrophenmedizin, Traumatologie sowie rekonstruktive Chirurgie. Ziel ist es, Behandlungskonzepte weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Medizin zu stärken.

Eine Person steht an einem Pult und hält einen Vortrag

Besondere Bedeutung in der medizinischen Versorgung stellen die zivil- militärischen Kooperationen dar.

Bundeswehr/ Stefan Dollowski

Der Kongress machte deutlich, dass die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie heute weit mehr ist als ein hochspezialisiertes chirurgisches Fachgebiet. Angesichts internationaler Krisen, militärischer Konflikte und möglicher Katastrophenszenarien gewinnt die enge Verzahnung von ziviler und militärischer Medizin zunehmend an Bedeutung – mit dem gemeinsamen Ziel, auch unter schwierigsten Bedingungen eine bestmögliche Versorgung von Verletzten sicherzustellen.

 

von Stefan  Dollowski

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