Zivil-Militärische Zusammenarbeit: Bundeswehrkrankenhaus Ulm übt den Ernstfall
- Datum:
- Ort:
- Ulm
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Am vergangenen Wochenende übte das Bundeswehrkrankenhaus Ulm die Versorgung mehrerer Schwerverletzter gleichzeitig. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die medizinischen Abläufe innerhalb des Krankenhauses, sondern auch das Zusammenspiel zwischen zivilen Einsatzkräften und der Bundeswehr.
Im Rahmen der Übung wurden 6 Verwundete mit einem Transporthubschrauber des Typs CH- 53 von Villingen Schwenningen nach Ulm transportiert
Bundeswehr/Silicya RothDie Hochschule für Polizei Baden-Württemberg organisierte im Raum Villingen-Schwenningen eine groß angelegte Einsatzübung. Das Szenario: Ein Anschlag auf einen militärischen NATO-Konvoi fordert zahlreiche Verletzte. Rund 30 Übungsverletzte, größtenteils durch realitätsnah geschminkte Mimen dargestellt, mussten gesichtet und versorgt werden.
Ein solches Szenario stellt besondere Anforderungen an alle Beteiligten. Zivile Blaulichtorganisationen und Kräfte der Bundeswehr müssen bei Absicherung, Rettung und medizinischer Versorgung eng zusammenarbeiten. Schnittstellen müssen funktionieren und Informationen schnell und zuverlässig weitergegeben werden.
Für Teile des Bundeswehrkrankenhauses Ulm begann die Übung deshalb bereits am Schadensort. Dort beteiligten sich Kräfte des Krankenhauses an der ersten Sichtung der rund 30 Übungsverletzten.
Das Hauptszenario am Bundeswehrkrankenhaus begann mit dem Anflug eines militärischen Transporthubschraubers vom Typ CH-53. An Bord befanden sich sechs Patienten mit unterschiedlichen simulierten Verletzungsmustern.
Mit der Landung begann für die jungen Medizinerinnen und Mediziner eine der ersten Herausforderungen: die schnelle, nahtlose Übergabe und Übernahme der Verletzten – der sogenannte „Handshake“, bei dem die beteiligten medizinischen Teams alle relevanten Informationen zum Patienten übergeben. Gerade die Zuführung mehrerer Patienten mit einem großen militärischen Transporthubschrauber machte diesen Teil der Übung besonders Realitätsnah.
Anschließend wurden die Patienten mit einem Intensivtransportwagen weitertransportiert und dem nächsten Abschnitt der Versorgung zugeführt.
Nun galt es, die Schwerverletzten einzuschätzen und die weitere Versorgung zu priorisieren. Hierzu wurden Container sowie innerklinische Transportsysteme nach den im Krankenhausalarm- und Einsatzplan festgelegten Abläufen vorbereitet.
Den medizinischen Abschluss des Szenarios bildete die strukturierte notfallmedizinische Erstversorgung. Hierbei orientierten sich die Behandlungsteams am etablierten ATLS-Konzept (Advanced Trauma Life Support). Das weltweit anerkannte Schema dient dazu, lebensbedrohliche Verletzungen möglichst schnell zu erkennen und nach klar festgelegten Prioritäten zu behandeln.
Gerade bei mehreren gleichzeitig eintreffenden Schwerverletzten kommt es darauf an, dass medizinische Entscheidungen, Transportwege, Kommunikation und organisatorische Abläufe ineinandergreifen. Die Übung bot die Möglichkeit, genau diese Prozesse unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen.
Die Übung zeigte erneut, wie wichtig das regelmäßige Training komplexer Einsatzszenarien ist. Insbesondere organisationsübergreifende Handlungsabläufe lassen sich nur dann zuverlässig überprüfen, wenn die beteiligten Kräfte gemeinsam und unter realitätsnahen Bedingungen üben. Der erhebliche organisatorische Aufwand einer solchen Großübung unterstreicht zugleich die Bedeutung, die sowohl die beteiligten Blaulichtorganisationen als auch die Bundeswehr der gemeinsamen Vorbereitung auf besondere Einsatzlagen beimessen.
Nach Abschluss des Szenarios war den Teilnehmenden die Anstrengung anzumerken. Gleichzeitig aber auch die Erleichterung darüber, die anspruchsvollen Abläufe gemeinsam bewältigt zu haben.
Verantwortlicher für den Anteil des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, zog bereits vor dem offiziellen Abschlussbriefing ein positives erstes Fazit. Er zeigte sich mit der Leistung und dem Engagement der teilnehmenden Kräfte sehr zufrieden. Die detaillierte Auswertung der Übung wird nun zeigen, welche Abläufe sich bewährt haben und an welchen Stellen weitere Optimierungen möglich sind. Denn genau darin liegt der entscheidende Wert solcher Übungen: vorbereitet zu sein, wenn aus einem Szenario Realität wird.
Die bodengebundenen Transportmittel warten auf die Freigabe sich für den Weitertransport zu positionieren um die Verwundeten aufzunehmen
Bundeswehr/Peter Scheck
Im Innenraum der CH 53 werden die Verwundeten, mit diesem Aufbau, an den Seiten platziert um vom Mittelgang aus arbeiten zu können
Bundeswehr/Silicya Roth
Mit dem Intensivtransportwagen können zwei schwerstverletzte vom Landeplatz in die Klinik transportiert werden
Bundeswehr/Silicya Roth
Nach dem Weitertransport vom Landeplatz musste eine Notfallmedizinische Erstsichtung und Priorisierung im Krankenhaus vorgenommen werden
Bundeswehr/Silicya Roth
Notfallmedizinische Erstversorgung anhand des weltweit etablierten ATLS - Schemas (Advanced Trauma Life Support)
Bundeswehr/Silicya Roth