Gemeinsamer Ausbildungsverbund

Standort Koblenz bekommt Medizincampus

Standort Koblenz bekommt Medizincampus

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
1 MIN

Am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz wurde am 7. Dezember der Startschuss für den neuen Medizincampus gegeben. Eine entsprechende Erklärung haben die Vertreter des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, des Landeskrankenhauses in Andernach und der Universitätsmedizin aus Mainz unterschrieben.

Vier Personen Unterzeichen ein Dokument

Kampf gegen den Ärztemangel: Mit der Unterschrift startet nun eine einzigartige Ausbildungskooperation

Bundeswehr/Jana Bauer

„Die besonderen Anforderungen an die Gesundheitsversorgung im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung können wir nur gemeinsam bewältigen“, betonte Generaloberstabsarzt Dr. Ullrich Baumgärtner. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes hat zusammen mit dem Gesundheitsminister des Landes Rheinland-Pfalz, Clemens Hoch, dem Wissenschaftlichen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, sowie Dr. Alexander Wilhelm als Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) in einem sogenannten Letter of Intent den Startschuss für die Kooperation gegeben. 
Laut dieser Absichtserklärung wird ab dem Sommersemester 2025 die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in der Medizin von 450 auf 500 im Jahr erhöht. Die ersten Studierenden sollen den klinischen Studienabschnitt auf freiwilliger Basis bereits zum Wintersemester 2024/2025 am Medizincampus Koblenz absolvieren können. 

Ausbau von Ausbildungskapazitäten

Hintergrund ist der Ärztemangel im Land. Die bestehenden Ausbildungskapazitäten an der Universitätsmedizin Mainz stoßen an ihre Grenzen. Das liegt daran, dass die Ausbildungskapazität maßgeblich an die Zahl der Patientenbetten und damit der klinische Teil des Medizinstudiums gekoppelt ist. Durch den Ausbau dieser Kapazitäten über einen dislozierten Medizincampus Koblenz soll die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in Mainz ausgebaut werden. 

Die Initiative für den neuen Medizincampus in Koblenz ging 2018 vom BundeswehrZentralkrankenhaus aus. „Wir brauchen für die medizinische Versorgung bei unseren Einsätzen eine hohe fachliche Kompetenz, die über das normale Maß hinaus geht“, so Generaloberstabsarzt Dr. Baumgärtner.

Task Force soll Studienkonzept erarbeiten

Die Landesregierung, die Universitätsmedizin Mainz, der Sanitätsdienst der Bundeswehr, das Landeskrankenhaus und die kooperierenden Koblenzer Kliniken werden nun kurzfristig in einer Task Force an der Erstellung eines Studiengangkonzeptes und der Umsetzung des Medizincampus Koblenz arbeiten.

 

von Claudia Seidenschwanz, Uwe Henning