Operation in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Septisch-Rekonstruktive Chirurgie stellt sich vor. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die angebotenen Leistungen.

Beschreibung der Klinik

Unsere Klinik verfügt über insgesamt 60 stationäre Betten (Station CD2 und H2).
Neben der Begutachtung und Behandlung von Soldatinnen und Soldaten betreuen wir in unserer Fachambulanz (FU XIV) selbstverständlich auch zivile Patientinnen und Patienten vor und nach operativen Eingriffen. Zusätzlich zur allgemeinen unfallchirurgisch/orthopädischen Sprechstunde bieten wir weitere Spezialsprechstunden in den Fachbereichen Endoprothetik, Schulter-, Knie-, Fuß- und plastischer Chirurgie an.
Wir sind zudem von den Berufsgenossenschaften als durchgangsärztliche Ambulanz (D-Arzt) zugelassen und bieten für alle Wege-, Schul- und Arbeitsunfälle eine spezielle Sprechstunde an.
Als akademisches Lehrkrankenhaus der Charité engagieren wir uns für Forschung und Lehre. Wir unterrichten im klinischen Alltag Studenten der Humanmedizin und beteiligen uns mit Vorlesungen an der Ausbildung des akademischen Nachwuchses.


Klinischer Direktor

Leistungen

Unsere Klinik ist spezialisiert auf die Bereiche des Gelenkersatzes (Endoprothetik) mit Wechseloperationen, der Sport- und Alterstraumatologie, der Kniegelenks-, Schulter- und Vorfußchirurgie sowie der Behandlung komplexer Infektionen der Weichteile, der Gelenke und von Endoprothesen/Osteosynthesematerial, bis hin zur Deckung von komplexen Weichteildefekten (Septisch-Rekonstruktive Chirurgie).
In Zusammenarbeit mit den Fachbereichen der Gefäßchirurgie und Dermatologie bieten wir im zertifizierten Wundzentrum (IWC) eine hohe Expertise zur Versorgung komplexer Wunden und Wundheilungsstörungen.
Durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem bundeswehreigenen Institut für Mikrobiologie kann ein modernes Krankenhaushygienekonzept verwirklicht werden. Hierdurch kann die Gefahr der sogenannten nosokomialen, das heißt im Krankenhaus erworbenen, Infektionen maximal reduziert werden.

Leistungsspektrum

Gelenkersetzende Hüftchirurgie (Primärendoprothetik)

  • Endoprothetische Versorgung von primären und sekundären Coxarthrosen sowie Schenkelhalsfrakturen bei vorbestehendem Verschleiß – auch beidseitig in einer Sitzung
  • Verwendung von zementfreien und zementierbaren Prothesenkomponenten nach Möglichkeiten und Erfordernissen
  • Verwendung modernster Kurzschäfte
  • Verwendung verschleißarmer, moderner Gleitpaarungen (Keramik-Keramik, Keramik-Polyethylen, niemals Metall-Metall-Paarungen)
  • Knochensparende und weichgewebsschonende OP-Verfahren (minimalinvasiver Zugang)

Gelenkersetzende Kniechirurgie (Primärendoprothetik)

  • Stadienadaptiertes Therapiekonzept in Abhängigkeit von Ort und Schweregrad der Arthrose
  • Einsatz unikondylärer (Schlitten-) Prothesen und bicondylärer Oberflächenprothesen
  • Verwendung achsgeführter Endoprothesen bei Kniegelenksinstabilität oder starken Achsfehlstellungen
  • Bei Bedarf dreidimensionale, CTComputertomographie-gestützte Operationsplanung und Herstellung individueller Schnittblöcke
  • Bei Bedarf Nutzung computerassistierter Navigation

 
Revisions-Hüft- und Kniechirurgie (Wechsel-Endoprothetik)

  • Prothesenwechseleingriffe bei Lockerungen, Prothesenfehlfunktionen oder mehrfachen Vor-Operationen
  • Hohe Expertise im Bereich der septischen Wechselendoprothetik (infektbedingte Lockerung)
  • Versorgungen bei Knochenbruch im Prothesenbereich gegebenenfalls mit Wechsel
  • Befundorientierte Revisionen und Wechsel durch verschiedene/modulare Revisions-Systeme
  • Volles Spektrum der operativen/konservativen Therapie von Verletzungen der Extremitäten des Beckens und der Wirbelsäule
  • Osteoporosediagnostik (CTComputertomographie-gestützt)
  • Initiierung einer Osteoporosetherapie nach aktuellsten Standards
  • Interdisziplinärer Behandlungsansatz

Frakturversorgung

  • Plattenosteosynthesen
  • Marknagelosteosynthesen
  • Schraubenosteosynthesen
  • Fraktur-Endoprothesen (das heißt ein künstliches Gelenk, wenn eine Rekonstruktion des Gelenks nicht mehr möglich ist)

Arthroskopische Rekonstruktionen

  • Stabilisierung des Gelenkpfannenrandes und der Kapsel nach Schulterluxation
  • Rekonstruktionen der Rotatorenmanschette und der großen Sehnen an der Schulter
  • Behandlung bei Verletzung der langen Bizepssehne (Tenodese/Tenotomie)
  • Reduzierung von Verkalkungen im Schulterbereich, die trotz intensiver konservativer Therapie mit Physiotherapie und Stoßwelle noch Beschwerden bereiten
  • Subakromiale Dekompression, das heißt die Entfernung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach und Abtragung von Knochenspornen bei Schulterenge (Impingementsyndrom)
  • Stabilisierung von akuten und chronischen Verletzungen des Schultereckgelenks (Akromioklavikulargelenk) (hier sowohl offen mittels Hakenplatte, wie auch arthroskopisch mittels TightRope-Verfahren)
  • Behandlung schmerzhafter Arthrose im Schultereckgelenk durch Kürzung des äußeren Schlüsselbeinendes (laterale Klavikularesektion bei Akromioklavikulargelenksarthrose)

Schulter-Endoprothetik

  • anatomische Endoprothesen
  • inverse Schulterendoprothesen (zum Beispiel Delta-Prothese)

Am Meniskus:

  • Mensiskus-Chirurgie (und Wiederherstellung)
    • sparsame Teilentfernung
    • Wiederherstellung (Repair)

Am Gelenkknorpel:

  • Pridie-Technik (Regenerationsinduzierende Bohrung)
  • Mosaik-Plastik
  • Knorpel-Transplantation (ACT Autologe Chondrozyten Transplantation)

Am Bandapparat:

  • Ersatz des vorderen Kreuzbands (STG- und BTB-Technik)
  • Ersatz des hinteren Kreuzbands
  • Revisions-Kreuzbandchirurgie (gegebenenfalls mit Verfahrenswechsel)
  • Außen- und Innenbandrekonstruktion
  • Therapie bei rezidivierender Patellaluxation
    Umstellungen der Kniescheibenführung (Tuberositas-Versatz) MPFL-Plastik

Am Knochen:

  • Umstellungsosteotomien (Achsenbegradigungen) am Oberschenkel und Schienbein
  • Auffüllungen knöcherner Defekte
  • Entfernung von Knochenausziehungen (zum Beispiel Morbus Osgood-Schlatter)

Ein klassisches Feld der orthopädischen Chirurgie besteht in der Korrektur von Fehlstellungen im Bereich des Vorfußes und der Zehen. Wir haben uns auf diese Krankheitsbilder wie Hallux valgus (auch Schief- oder X-Zehe genannt) das versteifte Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) sowie die meist als Folge von Fußgewölbestörungen entstandene Fehlstellungen der übrigen Zehen (Krallen- und Hammerzehen) spezialisiert.

Im Rahmen unser Spezialsprechstunde beraten wir Sie Ihren Symptomen und prüfen die Notwendigkeit einer Operation, gegebenenfalls zu weiteren nichtoperativen Therapieverfahren.

Eine große Anzahl der Oberschenkel- und Unterschenkel-Amputierten kann mit der herkömmlichen Prothesentechnik funktionell zufriedenstellend versorgt werden. Dennoch zeigen circa 30 bis 50 % der Patienten Probleme mit der konventionellen Stumpfversorgung, so dass selbst jüngere Patienten circa in 1/6 der Fälle ihre Prothese nicht täglich tragen können. Die häufigsten Probleme umfassen Volumenschwankungen des Stumpfes, Hautirritationen bis hin zu Ulzerationen, sowie ein generell schlechter Tragekomfort.
Infolge des vor nun fast 20 Jahren eingeführten transkutanen osseointegrierten Prothesensystems (TOPS, sogenannte Endo/Exo-Technik) besteht für diese Patienten die Möglichkeit, Prothesenschaft-assoziierte Probleme vermeiden zu können. Bei dieser Technik wird im Knochen ein Kraftträger verankert und transkutan ausgeleitet, an den dann die herkömmliche Exoprothetik unkompliziert angedockt werden kann. Diese ursprünglich in Schweden initialisierte, dann in Lübeck mitentwickelte innovative Methode wird in Deutschland heute im Bundeswehrkrankenhaus Berlin und der Medizinischen Hochschule Hannover sowie in Murnau/München neben sieben weiteren internationalen Zentren angewandt.

Vorteile der Versorgung mittels Endo/Exo-Prothese im Vergleich zur herkömmlichen Prothesenversorgung sind:

  • Weniger Weichteilbeschwerden
  • Deutlich verlängerte Gehstrecke und tägliche Nutzungsdauer (Steigerung um 80%)
  • Erheblich verbessertes Gefühl für den Bodenkontakt (Propriozeption)
  • Einfacheres An- und Ablegen der Prothese
  • Verbesserte Bewegungskontrolle und verbesserter Bewegungsumfang
  • Verringertes Sturzrisiko
  • Keine Lockerung des Prothesenschaftes bei sich durch wechselnde Aktivität veränderndem Stumpfumfang

Entzündungen nach Verletzungen und/oder Operationen sind heutzutage aufgrund der Resistenzlage ein sehr komplexes Problem.

Das Zentrum für Septische und Rekonstruktive Chirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin verfügt über ein erfahrenes und aufeinander eingespieltes Ärzte- und Pflegeteam, das sich seit Jahren mit der Sanierung von Knochen- und Weichteilentzündungen und den dazugehörigen Wiederherstellungsmaßnahmen sowie der Rehabilitation befasst. Durch die enge Zusammenarbeit der Unfallchirurgie und Orthopädie mit der Plastischen Chirurgie steht ein breiter Erfahrungsschatz mit einem vielfältigen Therapiespektrum zur individuellen Behandlung auch sehr komplizierter Krankheitsverläufe zur Verfügung.
Aufgrund der Einbindung der Inneren Medizin, der Gefäßchirurgie, der Rehabilitativen Medizin und insbesondere des mikrobiologischen Labors können Infektionen von Therapiebeginn an mit der notwendigen Intensität behandelt und oft sehr langwierige und komplikationsbehaftete Verläufe vermieden werden.

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09:00 - 15:00

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Osteitis, Septische Chirurgie

Mittwoch

12:00 - 15:00

+49 30 2841-1952

Amputation, Endo-Exo-Prothesen (TOPS)

Nach Vereinbarung

+49 30 2841-1952

Plastische und Handchirurgie

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08:00 - 15:00

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Chirurgie/Gefäßchirurgie

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